MMA in Deutschland

3 Gründe, warum MMA in Deutschland unbeliebt ist

MMA ist international der am schnellsten wachsende Sport. Gerade in englischsrpachigen Ländern, wie den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Kanada und Australien steigen die Zuschauerzahlen ständig. Auch in Russland und im arabischen Raum gibt es dank Stars wie Fedor Emelianenko oder den dagestanischen Kämpfern zahlreiche Fans.

Doch in Deutschland ist es um Mixed Martial Arts noch überraschend ruhig. Während jüngere Leute und Kampfsportler MMA Events schauen, kennen die meisten Deutschen nicht einmal die UFC.

Ich bin der Sache auf den Grund gegangen und habe 3 Gründe festgemacht, warum MMA in Deutschland noch nicht bekannt ist.

1. Deutsche halten MMA für eine barbarische Klopperei

Die wenig informierten Deutschen denken, MMA wäre ein Sport für Geisteskranke, die sich im Käfig die Köpfe einschlagen. Sie sehen MMA nicht als Sport, sondern als Gewalt an.

Sicherlich kann man nachvollziehen, warum jemand diesen Eindruck bekommen könnte. In Promotionen wie der UFC, Bellator oder ONE Championship geht es darum, den Gegner kampfunfähig zu machen. Selbst wenn das nicht gelingt, tragen die Kämpfer Verletzungen davon.

Dass hier aber nur Menschen gegeneinander antreten, die jahrelang Kampfkünste trainiert haben und somit auf einen Kampf vorbereitet sind, wird allerdings von Kritikern totgeschwiegen.

Profikämpfer hauen nicht einfach nur aufeinander ein, sondern verwenden Techniken, die jahrelang trainiert wurden. Nur die besten schaffen es in die großen Ligen. Unvorbereitete Kämpfer werden niemals im Ring oder Oktagon stehen.

Zudem gilt bei professionellen Kämpfen in erster Linie die Gesundheit. Kämpfer werden vor dem Kampf von Medizinern durchgecheckt. Auch während der Kämpfe ist immer ein Arzt vor Ort, der sich die Verletzung eines angeschlagenen Kämpfers auch während eines Kampfes ansehen kann. Gibt es gesundheitliche Bedenken, wird der Kampf abgebrochen.

Während man also MMA nicht verharmlosen sollte, werden die Risiken minimiert. Selbst beim Boxen sind die Folgeschäden meist größer.

2. Es gibt momentan keinen guten Kämpfer aus Deutschland

Wie bei den meisten Sportarten benötigt man als Fan Identifikationsfiguren. So war das mit Boris Becker, Dirk Nowitzki und einer erfolgreichen Handballnationalmannschaft. Ansonsten interessiert sich auch kaum einer für Tennis, Basketball oder Handball im Fernsehen.

In der weltweit größten Promotion UFC sucht man heute vergebens nach einem deutschen Kämpfer, der es mit der internationalen Konkurrenz aufnehmen kann. Allerdings könnte sich das auch bald ändern, da die UFC ihr Netz immer weiter aufspannt. Nicht zuletzt die Chinesin Zhang Weili zeigt, wie international die UFC bereits agiert.

Stellt sich nur die Frage, ob es in Deutschland würdige Kandidaten gibt. Ich bin mir jedoch sicher, dass das Interesse in Deutschland steigen wird, wenn ein Deutscher gegen die Stars des Sports antreten darf.

3. MMA ist ein Sport für Individualisten

In Deutschland liebt man den Mannschaftssport. Oftmals werden hierzulande gerade im Fußball nicht die besten Individualisten hervorgehoben, sondern vielmehr die Teamplayer. Da trägt vor allem ein Bastian Schweinsteiger die Sympathien davon, weil er ein sich für das Team aufreibt, nicht so sehr ein Mario Götze, der das Siegtor schießt.

Stars wie Cristiano Ronaldo werden teilweise gehasst und niedergemacht, obwohl sie mehr Fleiß und Arbeitseifer haben, als 99 % der Deutschen.

Wir leben in einem sozialistischen Land, in dem das Kollektiv mehr Wert ist, als der Einzelne. Deshalb wollen die Deutschen Teil eines Teams, eines größeren Ganzen sein. Und so kommt es, dass man hierzulande eher ein Fan von Mannschaftssportarten ist, als von Einzelsportlern.

Warum sollte man anstatt mit den Freunden zusammen ins Stadion oder in die Bar zu gehen und dasselbe Team anzufeuern auf der Couch sitzen und einem Iren zuschauen, wie er gegen einen Dagestaner kämpft?

MMA wird daher in Deutschland eher ein Randsport bleiben und das ist auch gut so. Denn je weniger Aufmerksamkeit der Sport bekommt, desto weniger, kann er von den kontrollsüchtigen Gutmenschen in diesem Land angeprangert werden. Auf diese Weise können Fans des Sports weiterhin unbehelligt selbst MMA praktizieren, schauen oder darauf wetten!

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