The Smashing Machine

The Smashing Machine Review

In The Smashing Machine zieht Regisseur John Hyams die Oberfläche von Mark Kerr ab und zeigt seine innere Zerrissenheit und Menschlichkeit. Der Dokumentarfilm beginnt mit Kerrs Stimme, die erklärt, wie es ist, ins Gesicht geschlagen zu werden; auf der Leinwand gibt es Zeitlupenaufnahmen von Kerr im Ring, die einem Nicht-Fan eine schwache Vorstellung von gemischten Kampfkünsten vermitteln. Von dort aus folgt ihm die Kamera Tag für Tag durch sein unruhiges Leben.

Von seiner Familie in Toledo, Ohio, entfremdet, hat Kerr eigentlich nur Dawn, seine Freundin, und während der Film voranschreitet, bleibt selbst diese Beziehung wackelig. Da ist auch das Problem des Schmerzmittelmissbrauchs von Kerr – nach Jahren des Sammelns von Verletzungen spritzt Kerr Opiate, anstatt auf seinen Körper zu hören und ihn sich vollständig erholen zu lassen.

In dieser Hinsicht scheint er eine Figur zu sein, die reif für den Zusammenbruch ist – er hat noch nie einen Mixed Martial Arts-Wettkampf verloren, er verdient eine beträchtliche Summe Geld vor dem riesigen japanischen Pride-Publikum, und seine Drogensucht wird langsam umso ernster.

Dann, übergewichtig und schlecht vorbereitet, trifft er im Ring auf Igor Vovchanchyn, und es spielt keine Rolle, ob zwei illegale Knieschläge auf den Kopf Kerr KO schlagen. Es spielt keine Rolle, ob die Ergebnisse als “No Contest” annulliert wurden.

Schließlich hatte er jemanden getroffen, den er nicht dominieren konnte, und seine schlechte Leistung bringt ihn ins Taumeln – Kerr stirbt fast an einer Überdosis, und danach geht er in die Reha.

An diesem Punkt wechselt die Kamera das Motiv und konzentriert sich auf Kerrs Freund Mark Coleman. Zu diesem Zeitpunkt durchlebt auch er eine Durststrecke. Wie Kerr war auch er einst an der Weltspitze, aber ein Prügeleien von Maurice Smith in der UFC hat das geändert. Dennoch hat Coleman eine Frau und zwei Töchter, die er unterstützen muss.

Sobald Pride ihm die Chance bietet, wieder zu kämpfen, ergreift er sie, in der Hoffnung, seinen Ruf wiederherzustellen. Dasselbe gilt für Kerr, sobald er sauber und aus dem Krankenhaus entlassen ist – das einzige Problem ist jedoch, dass sie möglicherweise gezwungen sein könnten, sich beim Grand-Prix-Turnier 2000 von Pride gegenüberzustehen.

Das Leben und die Zeiten des Extremkämpfers Mark Kerr

In diesem Sinne erzählt “The Smashing Machine” die klassische Sportgeschichte vom Fallen aus der Gnade und der Suche nach Erlösung. Es ist eine sehr menschliche Geschichte voller Emotionen, und so kann dieser Dokumentarfilm so gut wie jeden ansprechen, auch außerhalb der Welt der gemischten Kampfkünste.

Er geht sehr unvoreingenommen an sein Thema heran und lässt Kerr und Coleman für sich selbst sprechen. Der Dokumentarfilm drängt kaum die Meinung des Regisseurs auf, sondern fängt diese Menschen einfach in ihren alltäglichen Interaktionen ein. So wirkt das Kamerateam meist fast unsichtbar, inkognito.

Als DVD wird The Smashing Machine mit vielen Extras geliefert. Die gelöschten Szenen sind sehr interessant, auch wenn sie nicht in den größeren Rahmen der Dokumentation passen. Hier begegnet der Zuschauer, wenn auch nur kurz, einem jungen Ricco Rodriguez. Außerdem gibt es Filmmaterial von einem von Riccos frühen King of the Cage-Spielen.

Außerdem ist ein Kurzspielfilm, Fight Day, enthalten, der versucht, die Persönlichkeit von Renzo Gracie einzufangen. In diesem Film lernt der Zuschauer Frau und Kinder von Renzo Gracie kennen. Außerdem sichtet Renzo Bilder und Kommentare über die enorme Geschichte seiner Familie. Das Filmmaterial zeigt einen frühen Kampf im brasilianischen Vale Tudo sowie einen Kampf von Pride. Als Bonus neben dem Fight Day zeigt Hyams auch die schnelle Beseitigung von Oleg Taktarov durch Renzo.

Im Großen und Ganzen sollten The Smashing Machine und alle Extras in der DVD-Bibliothek eines jeden Fans einen Platz haben. Es ist mehr als nur die Geschichte von Mark Kerr – es ist eine krasse Erinnerung daran, dass Kämpfer Menschen sind, die ihr Leben, ihre Träume und Komplikationen außerhalb des Sports haben.

Von mir bekommt The Smashing Machine 5 von 5 Punkten.

Das könnte dir auch gefallen

Schreibe einen Kommentar